DU BIST ES LEID, DEINEN EMOTIONEN AUSGELIEFERT ZU SEIN?

DU BIST ES LEID, DEINEN EMOTIONEN AUSGELIEFERT ZU SEIN?

    HIER SIND 5 SCHRITTE ZU EINEM NEUEN LEBEN

Lange Zeit war die Wissenschaft der Ansicht, dass Emotionen von Geburt an Teil des zerebralen Aufbaus des Gehirns sind und bereits in die Struktur des Gehirns hinein integriert sind. Aber das sind sie nicht. Sie werden durch deine fortlaufenden Reaktionen auf Lebenserfahrungen konstruiert. Du hast mehr Autorität darüber, deine emotionale Realität zu regulieren, als du vielleicht glaubst. Emotionen sind nicht in dein Gehirn eingebaut. Du kultivierst sie als Mittel, um auf schwierige oder vielversprechende Lebenssituationen zu reagieren. Sie sind keine Veranlagungen, sie sind erlernt. Deine Emotionen werden durch Einschätzungen, Vermutungen und Ahnungen geprägt. Sie sind dein bestmöglicher Versuch zu erraten, wie du auf schwierige Situationen reagieren solltest. Sie sind das Ergebnis von Vermutungen, die sich aus deiner Erinnerung darüber speisen, wie du in der Vergangenheit mit Hoffnungen und Abwehrreaktionen umgegangen bist. Diese gewählten Antworten bilden dann reaktive emotionale Schichten oder emotionale Überlagerungen, die deinen gegenwärtigen Alltag beherrschen. Die Erinnerung an emotional geladenen Ereignisse rufen deine in der Vergangenheit gewählten Reaktionen hervor, um automatisch mit dem umzugehen, was gerade ist.

Ob du dir dessen bewusst bist oder nicht, hast du dennoch immer die Wahl, wie du reagierst. Du kannst entweder Opfer deiner emotionalen Antriebe sein oder das Programm ändern. Emotionale Reaktionen entziehen sich nur deiner Kontrolle, wenn die vorprogrammierten Reaktionsmechanismen in deinem Gehirn automatisch bestimmte neuronale Wege einschlagen. Dies geschieht meist in herausfordernden Situationen oder wenn du mit potenziellen herausfordernden Situationen konfrontiert wirst, die dich an vergleichbare Umstände in der Vergangenheit erinnern.

Möglicherweise hoffst du aufrichtig deine emotionalen Reaktionen ändern zu können. Vielleicht hast du aber auch gelernt dich auf deine Emotionen zu verlassen und schützt sie als wichtige Reaktionen, die dich dabei unterstützen so zu sein, „wie du bist“. Vielleicht möchtest du im Geheimen gerne weinerlich sein, um andere zu kontrollieren oder findest Rationalisierungen für deine Emotionen, um Gründe zu haben in einer Opferrolle zu bleiben. Du wirst zu einer hilflosen Person, mit der du dich mit der Zeit identifiziert hast. Dein Weinen oder dein Leiden ist vielleicht zu deiner Überlebensstrategie in schwierigen Situationen geworden und hat dir als Mittel gedient, um durch Mitleid oder Unterstützung die Dinge von anderen zu bekommen, die du brauchst.

Vielleicht genießt du es insgeheim, deine Beherrschung zu verlieren, weil deine emotionalen Wutausbrüche dir die Kontrolle über andere geben. Oder vielleicht hilft dir deine Wut dabei, dich vor Dingen zu drücken, die du nicht tun willst. Diese emotionalen Reaktionsszenarien stehen immer in Bezug zu einer Geschichte in der Vergangenheit. „Ich bin so, weil mir dies oder jenes passiert ist!“ Die steuernde Instanz in diesen Situationen ist deine angenommene Identität ­– „Wer bin ich?“ Oder „Wer will ich werden?“ Sobald du glaubst, dass du jemand bist, oder hoffst, jemand zu sein, stellen sich Emotionen ein, um diesen Motivationen zu dienen oder sie zu verteidigen.

Die Art und Weise, wie du bist, entsteht nicht nur durch deine Reaktion auf ein einzelnes Ereignis. Die Art, wie du dich zeigst, wird im Laufe der Zeit aufgebaut, indem bestimmte Reaktionen auf ähnliche Lebenserfahrungen wiederholt und dadurch verstärkt werden. Dein Gehirn reagiert auf die Wiederholung durch die Bildung von neuralen Wegen, die als dein konstruiertes mentales Gerüst fungieren. Irgendwann wirst du vielleicht nicht einmal mehr wissen, dass du als Opfer agierst oder als außer Kontrolle geratene wütende Person. Deine neuralen emotionalen Landkarten machen alles für dich. Glücklicherweise kann die Fähigkeit des Gehirns, neurale Wege zu erzeugen, auch zu deinem Vorteil genutzt werden. Die Eigenschaft die Veränderung schafft, ist die gleiche grundlegende Methode, die deine gewohnheitsbedingten emotionalen Reaktionen erzeugt hat ­– Wiederholung.

Der erste Schritt, um dein emotionales Programm zu ändern, besteht darin, mental zurückzutreten und dir selbst gewahr zu werden. Du tust dies, indem du deine Meta-Kognitionen entwickelst: du wirst dir bewusst, worauf sich dein Bewusstsein konzentriert. Je öfter dir dies gelingt, desto leichter wird es. Erinnere dich daran, dass Wiederholung dein Gehirn vernetzt. Mit genügend Übung, darin dir selbst gewahr zu werden, fängst du an automatisch an, das Selbstgewahrsein den gedankenlosen Reaktionen vorzuziehen.

Der zweite Schritt zur Veränderung deiner automatisierten emotionalen Programmierung besteht darin, deine Meta-Kognitionen als ein Mittel einzusetzen, um deine Emotionen ohne Vorurteil oder Präferenz zu fühlen. Fühle einfach die Emotionen, ohne Widerstand und ohne Urteil. Die Schlüssel dazu sind eine ehrliche und offene Empfänglichkeit für das, was ist. Ziehe aufrichtiges Zuhören dem „Aufspringen und der Emotion frönen“ vor.

Sobald du die Emotion aufrichtig fühlst, kannst deinen dritten Schritt machen und eine Unterscheidung treffen. Wie fühlt es sich an, wenn du jeglichen Widerstand gegenüber der Emotion aufgibst, ohne dich auf sie einzulassen? Wenn du diese Phase vollenden kannst, kann es sein, dass die Emotion tatsächlich ganz verschwindet und einen leeren Raum zurücklässt. Dieser leere Raum, wo einst die Emotion war, kann als Frage in deinem Geist gehalten werden.

Der vierte Schritt besteht darin, sorgsam zu hören, was deine Fähigkeit zu fühlen als ehrliche alternative Antwort hervorbringt, um auf die Situation zu reagieren, die ursprünglich die Emotion ausgelöst hat. Es ist eine Antwort, die kein Gewicht auf dein Herz legt. Wenn deine Gefühle eine positive, befreiende Reaktion hervorbringen, wirst du eine damit assoziierte Leichtigkeit des Seins spüren, deren Umsetzung Freude verspricht. Wenn das nicht passiert, höre ein wenig länger.

Es gibt immer einen Wegweiser im Heilungsprozess. Sobald du ihn gefunden hast, mache deinen fünften Schritt ­– handele darauf! Dieser Akt ist der Beginn deiner neuen neuronalen Kartografie und der Weg dahin emotionale Freiheit zu erschaffen.

Wenn du dich deinen Meta-Kognitionen widmest, kannst du durch bewusste Selbstaufmerksamkeit eine potenzielle Reaktion auf das erzeugen, was ist. Einfach, indem du nicht auf das programmierte oder automatisierte Feedback hin handelst. Du kannst dies aber nicht tun, indem du die Emotion ablehnst, denn das würde deinen emotionalen Druck nur verschlimmern. Stattdessen bevorzugst du eine alternative Antwort, eine bewusste Antwort, die dich auf einen neuen Weg zu einem positiven Lebensausdruck bringen kann.

Text: Aaravindha Himadra, Übersetzung: Aiyanna Diyamayi

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2018-03-28T21:58:24+00:00
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